Gerlinde (Linde) Pauschenwein

         

Das Spiel und die Wirkung von Farben, Formen, Strukturen und Zufall auf Leinwand immer wieder aufs Neue auszuloten, zu verändern und dennoch die ästhetische Qualität nicht aus den Augen zu verlieren, ist ein Teil meiner Intension beim Malen.  

Rätselhaftes und Verborgenes kann der Betrachter hinter Formen, Farbfeldern oder weißen Flächen aufspüren.

Der Titel des Bildes lässt dem Betrachter weniger Spielraum.

Ich arbeite gerne in Serien.

Meist wähle ich einen Arbeitstitel, der sich aus einem spontanen Einfall, oft nach Gesprächen, oder einem Buchtitel, z.B.>Die Farbe LILA< ergibt.,

Durch aktuelles Geschehen, z. B.  >9.11.< – Bild: ZUM NACHDENKEN, oder 2015 >Flüchtlingswelle< Bildtitel: Am Goldenen Fluss der VERLORENEN HOFFNUNG werde ich angeregt, durch meine Bilder Stellung zu beziehen.

Selten nehme ich an Gemeinschaftsausstellungen mit Themenvorgabe teil, wie 2017 >Future World Art Festival in ROM<, es entstand eine Bildserie zur Zukunft der Welt aus der Sicht des >NETWORKED MAN<.

Es sind innerer Antrieb, Neugier und Notwendigkeit, die mich immer wieder zu Neuem drängen.

Meine Arbeiten lassen sich nicht auf einen Stil festlegen, meine Bilder folgen keiner akademischen Theorie. Im Vorfeld bedarf es einer kontemplativen Beschäftigung mit dem Thema oder eines Spazierganges in der stillen Natur.

Danach folgt die spontane Ausdrucksweise. Ich fühle mich nur der Freude am, und der Freiheit im schöpferischen Tun, der Farbe, der Gestik und der Form verpflichtet. Vom gestisch- expressivem Ausdruck wechsle ich je nach Thema ins geometrisch- abstrakte, so entstehen Farbfeldbilder ebenso wie stark strukturierte Bilder oder Fließbilder. Die fließende Farbe lässt sich nur bedingt beeinflussen, das Endergebnis wird vom Zufall mitbestimmt.  

 

Zum Schluss spanne ich den Bogen von Demokrit, der gesagt haben soll: „Alles, was im Weltall existiert, ist die Frucht von Zufall und Notwendigkeit“, über Monod, der die Behauptung aufstellte, >dass der Mensch als Endprodukt der Evolution seine Existenz einem Zufallstreffer der Natur zu verdanken hat<, bis zu Marcel Duchamp, der mit dem Prinzip Zufall, ein wiederkehrendes künstlerisches Konzept des 20. Jahrhunderts geschaffen hat.